Trompete

Richtig pflegen – das volle Programm

Trompeten, Kornette und Flügelhörner bestehen aus Messing und weiteren Legierungen.
Legierungen sind „Mischungen“ von mehreren Metallen. Bei (Gelb-)Messing ist das hauptsächlich Kupfer und etwas Zink, Goldmessing hat einen etwas höheren Kupferanteil und Neusilber einen Anteil von Nickel.

Während des Spielens kommt durch Speichel und Kondensat aus der Atemluft Einiges an Feuchtigkeit ins Instrument.
Mit dem Speichel können auch Speisereste aus den Zahnzwischenräumen eingeschwemmt werden.
Daher macht es Sinn, seine Instrumente öfter einmal mit fließend Wasser durchzuspülen und regelmäßig zu reinigen.

Kann die angesammelte Feuchtigkeit nach dem Spielen schnell genug abtrocknen, hat Korrosion kaum eine Chance.
Das ist gewährleistet, wenn man Mundstück und Züge nach der Benutzung abzieht und das Instrument offen lagert.
Gerade (Gelb-)Messing dankt gute Pflege, Goldmessing und Neusilber sind im Hinblick auf Korrosion weniger anfällig.
Warum wird Messing dann immer noch verbaut? Weil Messing nach Meinung vieler Trompeter und Instrumentenbauer besonders günstige Klangeigenschaften besitzen soll.
Bei meinen eigenen Instrumente sind teiweise auch die besonders anfälligen Mundrohre und Stimmzüge aus Gelbmessing, Korrosion ist trotzdem noch nie aufgetreten.

Hilfsmittel für die Pflege sind ein hochwertiges Ventilöl, bei Drehventiltrompeten auch ein Öl für die Achsen und ein Zugfett.
Für die Reinigung benötigt man eine Spiralreiniger-Bürste, ein superfeines Mikrofasertuch und zum Entfetten ein wenig Handgeschirrspülmittel.

Wie oft man mit der Bürste zum Reinigen durch das Mundrohr und die Züge geht, hängt vom Umgang mit dem Instrument ab. Ich spüle meine Trompete spätestens nach zwei Tagen mit klarem Wasser durch und reinige sie alle 7-10 Tage mit der Spiralbürste.

Unternimmt man gar nichts, bilden sich in Mundstück und Mundrohr übel riechende Beläge aus verschiedenen Rückständen, die mit der Zeit austrocknen und steinhart werden.
Das ist nicht nur unhygienisch und korrosionsfördernd, es kann auch die Spieleigenschaften des Instruments beeinflussen.

Solche festen Rückstände lassen sich am einfachsten entfernen, wenn man das Instrument in eine Werkstatt gibt, die eine „Ultraschall-Reinigung“ anbietet.
Will man so eine überfällige Reinigung selbst erledigen, wäre das stundenlange Einweichen in der Wanne (mit einem Spritzer Geschirrspüler) die erste Maßnahme. Zuvor sollten noch die Ventile ausgebaut werden, damit die Filze nicht leiden.

Schaut man sich ein Ventil genauer an, so sieht man überlicherweise eine 1, 2 oder 3 auf dem Federkäfig graviert, im Bild ganz links. Neben der Zugehörigkeit zum Ventil zeigt die Ziffer auch die Einbaurichtung an. Bei einigen Herstellern zeigt die Ziffer die Ausrichtung zum Schallstück (z.B. bei einigen Kanstul Modellen), bei anderen zur Mundstückaufnahme (z.B. bei Vincent Bach Trompeten). Nicht immer ist die Ausrichtung genau in der Flucht.

Chemische Zusätze wie z.B. Entkalker sind nicht notwendig. Essig und einige andere Säuren können das Kupfer anlösen.